Fachtagung 2011

Fachtagung "Berlin wird häufchenfrei"

ERGEBNISSE

Fachtagung zum Thema Hundekot  "Berlin wird häufchenfrei!"
am Mittwoch, den 08. Juni 2011,
10 bis 17 Uhr
im Rathaus Tiergarten, Mathilde-Jacob-Platz 1 in 10551 Berlin

Veranstalter:
Bezirksamt Mitte von Berlin, Herr Bezirksstadtrat Ephraim Gothe
Organisation:
Umweltamt Mitte in Zusammenarbeit mit dem
Projektbüro stadt&hund gemeinnützige GmbH Berlin


Referenten:
Frau Dr. Martina Ableidinger, Stadt Wien, MA 48 - Die Wiener Hundstrümmerl-Story
Herr Donatus Dörig, Stadt Luzern (Schweiz) - Erfahrungen aus Luzern
Frau Marlies Meunier, Senatsverwaltung für Inneres und Sport - Vortrag
Frau Dr. Gerlach, Herr Dr. Beyer, Humboldt Universität zu Berlin - Studie
Frau Ines Blumenthal (Bezirksamt Mitte von Berlin) - Erfolge in Mitte
Herr Christof Wüllner (stadt&hund) - Hundekotproblem Berlin
Moderation: Frau Kate Kitchenham

Teilnehmer: Berliner Verwaltung, Institutionen, Gäste aus den Stadtverwaltungen anderer Städte (nur geladenes Fachpublikum)

Ergebnisse:

 

Die Tagung zum Thema Hundekot wurde vom Bezirksamt Mitte veranstaltet, um Strategien für ein häufchenfreies Berlin zu entwickeln.

Die sofortige Beseitigung des Hundekots durch den Halter muss absolut selbstverständlich werden, wie dies seit einigen Jahrzehnten in der Schweiz der Fall ist. Aus der eindrucksvollen Arbeit in Wien ("Aktion Saubere Stadt" seit dem Jahr 2006), und den langjährigen Erfahrungen aus Luzern aber auch aus den Projekten in Berlin Mitte sowie der Untersuchung der Humboldt-Universität Berlin wurde im Verlauf der Tagung deutlich, dass zur Lösung des Hundekotproblems vier Maßnahmen kombiniert werden müssen.

Im Mittelpunkt des Maßnahmepaktes steht die Verhaltensänderung der Hundehalter.

1.) Information und Motivation
In Form von starken und angemessenen Kampagnen mit regelmäßiger Auffrischung müssen Hundehalter zielgruppengenau angesprochen werden. Die gesamte Bevölkerung muss sensibilisiert werden, um die Resignation zu lösen und das Bewusstsein für die Verantwortung des Einzelnen zu stärken.

2.) Schaffung einer Sauberkeits-Infrastruktur
Die Vorträge aus Wien und Luzern und auch die Ergebnisse aus Berlin Mitte und vielen anderen guten Projekten in Berlin haben gezeigt, dass zur Lösung des Problems eine spezielle "Sauberkeitsinfrastruktur" erforderlich ist.

Die flächendeckende Installation von Hundekottütenspendern wurde bei der Tagung als unerlässlicher Baustein des Maßnahmepaketes erkannt.


3.) Sanktionen
Die Stadt Wien hat gute Erfahrungen mit einer gesonderten ordnungsrechtlichen Einheit, den so genannten "Waste Watchern", gemacht. Besonders hilfreich hat sich in Wien die Bestreifung sowohl in Dienstkleidung als auch in Zivil sowie die Kombination von haupt- und nebenberuflichen Kräften erwiesen.
Die personelle Ausstattung der Ordnungsämter ist in Berlin nach Meinung der meisten Teilnehmer nicht ausreichend. Eine Spezialisierung und deutliche personelle Aufstockung wurde von den meisten Teilnehmern als dringlich und unerlässlich angesehen.

4.) Kommunikation, Transparenz, Evaluation

Die Motivation der Menschen und die Akzeptanz der Maßnahmen hängen von der Transparenz der Entscheidungen und der Vermittlung der Ergebnisse ab. Die Evaluationsmaßnahmen aus Wien zeigen, dass z.T. aufwändige Untersuchungen sinnvoll sind, um Fortschritte und Erfolge zu messen und objektiv darzustellen. Dabei geht es um die Hundehaufen selbst (tatsächliches Hundekotaufkommen) und um die Köpfe (Verhaltensänderung, Wahrnehmung der Verschmutzung) gleichermaßen.

Fazit:

Die Teilnehmer der Tagung haben gemeinsam festgestellt, dass Berlin häufchenfrei werden kann, wenn dies von den Akteuren aus Verwaltung und Politik aufrichtig und mit Engagement angestrebt wird.

Die Stadt Wien hat diesen Prozess vor fünf Jahren begonnen. Heute ist das Hundekotproblem in Wien durch beherzte politische Entscheidungen und ein koordiniertes Maßnahmepaket nahezu gelöst.

Haben Sie Fragen?

Rufen Sie an unter 030-252 99277 oder E-Mail an kontakt[@]stadtundhund.de

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